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Donnerstag, 19. April 2018

Zum Wochenende: BBC-Doku über Raubkatzen



Jetzt in der ARD-Mediathek zu bewundern: die zweiteilige Dokumentation über Raubkatzen. Eine BBC-Produktion von (wie üblich) herausragender Qualität. 

Bubikater Rolli hat mitgeguckt und sich in die niedliche Schwarzfußkatze verliebt. 


Schwarzfußkatzen: klein, bildhübsch und sehr erfolgreich bei der Jagd. 
Foto: Wikimedia Commons


Dienstag, 27. März 2018

Zu Ostern: Wehrhaft, furchtlos und zäh




Honigdächsin mit Nachwuchs                                            Foto: Wiki Commons




Kein Bienenstock ist vor ihnen sicher, und auch sonst ist ihre Zerstörungskraft gefürchtet: Honigdachse, die "Masters of Mayhem" (Doku in voller Länge, englisch).

Wenn man nicht gerade Imker ist, kann man sie eigentlich nur bewundern. 





Montag, 26. März 2018

Megaösophagus und Trofu: Jetzt auch in Australien





Wenn eine Studie in 35 Proben von Frost-Rohfutter für Katzen und Hunde Keime findet, wird das eifrig von den Medien verbreitet. 

Obwohl nicht untersucht wurde, ob Tiere oder Menschen dadurch zu Schaden gekommen sind. 

Wenn bei Hunden in Lettland - und jetzt auch in Australien - schlagartig ungewöhnlich viele Fälle von Megaösophagus auftreten und Verdacht gegen ein bestimmtes Trockenfutter besteht, erfährt die europäische Öffentlichkeit nichts davon. 

In Australien sollen nach Presseberichten seit Dezember fast ein Dutzend Polizeihunde an Megaösophagus gestorben sein, weitere sind erkrankt. Laut der "Sunday Herald Sun" sind auch mindestens drei Familienhunde betroffen. 

Bei Hunden in Privathaltung fällt eine ungewöhnliche Häufung von Erkrankungen nicht so rasch auf, einfach weil die Fälle weit gestreut auftreten. 

Der Megaösophagus-Ausbruch wird in Zusammenhang gebracht mit einem bestimmten "Premium"-Hundetrockenfutter von Mars Petcare. 

Der Hersteller hat das Futter vom Markt genommen, untersucht und nach eigenen Angaben in über 100 Tests nichts gefunden. 

Natürlich nicht. 







Freitag, 23. Februar 2018

Zum Wochenende: Gebührengeld gut angelegt




Sehr sehenswert: die Dokumentation "Blauer Planet". 

Eine BBC-Produktion mit Beteiligung des WDR.

Gebührengeld ausnahmsweise mal sinnvoll ausgegeben. 

Hier kann man die erste Folge in der ARD-Mediathek ansehen, die nächste gibt's am kommenden Montag.  

Leider nicht mit O-Ton David Attenborough. 




Hat "Blauer Planet" gesehen und will nun nicht mehr der Kuhkater, sondern
ein gefährlicher Orca sein: Rolli, der Schwarzbunte.                        Foto: MP



Sonntag, 11. Februar 2018

"Ich habe die Nase voll von derartigen Artikeln"



Im Januar ging eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Utrecht durch die Medien, wonach Frost-Rohfutter für Katzen und Hunde von kommerziellen Anbietern in den Niederlanden zu einem hohen Anteil mit gefährlichen Bakterien und Parasiten belastet ist. 

Die Geschichte wurde ungewöhnlich weit verbreitet. Solche Studien erscheinen so ziemlich jedes Jahr, in Europa, den USA usw., ohne viel Aufsehen zu erregen. Die Uni Utrecht muss also für diese Glanzleistung besonders viel PR gemacht haben. 

In der Studie aus Utrecht wurde nur untersucht, welche Keime usw. im Fertig-Rohfutter vorkamen. Es wurde nicht untersucht, ob Menschen sich beim Hantieren mit dem Frostfutter infiziert haben oder ob rohgefütterte Haustiere diese Keime ausscheiden. 

Deutlich vernünftiger angelegt war eine Studie von Wissenschaftlern aus Helsinki (Fredriksson-Ahomaa et al. 2017, Volltext online zugänglich).

Sie haben nämlich untersucht, welche Keime in kommerziellem Frost-Rohfutter vorkommen und welche Keime tatsächlich ausgeschieden werden von rohgefütterten und von trofu-gefütterten Hunden. 

Interessanterweise scheinen in der finnischen "Nutztier"-Haltung nicht so katastrophale Zustände zu herrschen wie etwa in den USA und Kanada (sowie NL und D), weshalb sie bei Salmonellen praktisch nicht fündig wurden. 

Besonders löblich: Die finnischen Forscher erwähnen in ihrem Paper, dass mehrere Salmonellenausbrüche bei Menschen nachweislich durch kontaminiertes Trockenfutter verursacht wurden. 


***

Zu den vielen (Online-) Medien, die die PR-Mitteilung aufgegriffen haben, gehört auch der britische "Guardian".

Eigentlich eine ganz gute Zeitung, aber bei manchen Themen genauso treudoof und recherchefaul wie der Rest. 

Wer über Keime im Rohfutter schreibt, sollte gefälligst auch Keime, Gifte usw. im Industriefutter erwähnen. 


Der Artikel ist dümmlich und einseitig, schön sind aber die Leserkommentare.


Hier ein paar Auszüge (Übers. MP):

"Ich kann dazu nur sagen: Die chronische Darmentzündung meiner Katze ist vollkommen geheilt, seit ich sie auf Rohernährung umgestellt habe. Das geschah auf Anraten eines aufgeschlossenen Tierarztes, der mir auch gesagt hat, dass die Tierfutterindustrie wegen der Rohfütterung richtig Panik schiebt."

"Keime und Parasiten in Rohfutter können also eine Gefahr für Haustiere und Menschen darstellen. Das ist aber doch nichts Neues, oder? Salmonellen in Trockenfutter bedeuten wahrscheinlich ein höheres Risiko für Menschen - die meisten achten bei rohem Fleisch auf die Hygiene, aber nur wenige machen sich Gedanken, wenn sie mit Trockenfutter hantieren."

"Wie wäre es denn mal mit einem Artikel darüber, wie man Hunde und Katzen sicher und preiswert mit unverarbeiteten Zutaten ernährt? Das wäre wirklich nützlich!"

"Nach anderthalb Jahren Gewichtsverlust, Biopsien, Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren, unzähligen Medikamenten und Vitaminspritzen fing mein Kater, der an chronischer Darmentzündung leidet, mit Rohernährung an, gesund zu werden. Kein Frost-Rohfutter, sondern Putenhack und Herzen vom Supermarkt, plus Supplement. Ich habe das Kortison und andere Medikamente ausgeschlichen und binnen Wochen den Unterschied gesehen. Er hat seit Juni 2017 ein Kilo zugenommen, sein Fell ist wieder seidig, und er ist wieder so verspielt wie als Kätzchen."

"Wenn das Risiko wirklich so hoch ist, dann müssten wir Hunderte Fälle von Menschen und Haustieren sehen, die davon krank werden, denn es gibt Millionen Leute, die roh füttern. Sehen wir aber nicht. Statt dessen betreffen fast alle dokumentierten Fälle von Salmonellenvergiftung Haustiere, die mit Industriefutter gefüttert wurden! Den Tierfutterherstellern gefällt es nicht, dass sie wegen Rohernährung Umsatz verlieren und dass sie ihr Futter verbessern müssen, weil die Leute mitkriegen, was für einen Mist sie ihren Tieren geben. Solange nicht ein großer Futterhersteller selbst anfängt, Rohfutter zu produzieren, werden wir weiterhin mit vorurteilsbehafteten unwissenschaftlichen Studien über die 'Gefahren' durch Rohernährung zugeschüttet."

"Oh bitte. Diese Dinger, E. coli und Salmonellen, sind alle im Trofu, vielleicht sollte man das mal testen. Ich habe die Nase voll von derartigen Artikeln."

"Rohernährung war das einzige, das die schwere chronische Darmentzündung meiner Katze geheilt hat. Sie bekommt das jetzt seit einem Jahr, und ihre Gesundheit hat sich beträchtlich verbessert, sie ist symptomfrei. Sie bekam zuvor teures Prescription-Futter vom Tierarzt, das hat ihre Symptome nur verschlimmert. Rohernährung war für mich und meine Katze absolut ein Geschenk des Himmels."

"Ich frage mich wirklich, wie jemand glauben kann, dass ein braungebackenes trockenes Körnchen gesund sein kann oder dass man seinen Hund für 50 Pence am Tag mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen kann. Es zeigt nur, wie schlecht die Tierärzte ausgebildet sind, wenn sie diesen Dreck verkaufen, und es zeigt, wie dumm und leichtgläubig die Menschen sind, wenn sie es kaufen. Es wirft außerdem die Frage auf, wie kompetent Tierärzte Hunde behandeln können, wenn sie ihr eigenes Marketing glauben."

"Mein Kater wird roh ernährt, weil er mit dem hochverarbeiteten Mist, den sie als Katzenfutter verkaufen, nicht zurecht kommt. Als Tierschutz-Kätzchen siechte er dahin mit dem ganzen Diätfutter, das er ein Dutzend mal am Tag in flüssiger Form wieder ausschied. Ich stellte ihn auf Rohfütterung um, und nach vier Tagen waren die Probleme beseitigt. Als vier Monate altes Kätzchen war er untergewichtig, schwach, lethargisch und hatte stumpfes Fell. Er ist immer noch etwas geschädigt (Mangelernährung in den ersten vier Lebensmonaten), hat aber schönes Fell und viel Energie. Meine Tierärzte unterstützen das, und ich würde ihm niemals wieder Fertigfutter geben."


PS: In den Leserkommentaren wurde auch die Frage diskutiert, ob die niederländische Studie von Industriefutterherstellern finanziert wurde. Im Paper heißt es, Teile der Studie seien durch eine Stiftung finanziert worden. Stiftungen werden gern genutzt, um Zahlungen zu verschleiern. Unternehmen zahlen in dem Fall nicht direkt an die Wissenschaftler oder die Universität, sondern an die Stiftung. Außerdem: Die Veterinärfakultäten sind alle hochgradig mit der Tierfutterindustrie verfilzt, die produzieren auch ohne Extra-Bezahlung Studienergebnisse, die den Unternehmen gefallen. 


PS: Inzwischen wird deutlich, warum der "Guardian" über Rohernährung von Haustieren so einseitig berichtet. Das Blatt veröffentlicht in seiner Online-Version "paid content" (Larifari-Geschichten rund ums Haustier), bezahlt von Royal Canin. Alles klar. 


©haustiereimpfenmitverstand.blogspot.de/







Dienstag, 30. Januar 2018

Nachtrag: Haustierfutter und Nachhaltigkeit



Vorigen Sommer machte eine Studie die Runde durch die Medien, wonach der Fleischverzehr der Katzen und Hunde in den USA jährlich genauso viel CO2-Emissionen verursacht wie 13 Millionen Autos. US-Haustiere verputzen demnach so viel Fleisch wie die gesamte Bevölkerung Frankreichs (Gregory Okin 2017). 

Berechnet wurde das auf Basis der Inhaltsangaben für Trockenfutter, weil es das vorherrschende Futtermittel ist. 

Im Sommer sind wir nicht dazu gekommen, aber jetzt wollen wir doch noch unseren Senf dazu geben. 


***

Fleisch? Was für Fleisch denn? 

Das ist die erste Frage, die halbwegs informierten Tierhaltern/innen angesichts dieser Studie in den Sinn kommt. 

Der Autor arbeitet am Fachbereich Geographie der University of California in Los Angeles. Seine Arbeit beeindruckt mit statistischen Berechnungen. 

Von den Zuständen in der Tierfutterindustrie weiß er offenbar wenig. 

Er geht von der Annahme aus, dass vieles von dem "Fleisch", das im Trofu verarbeitet wird, für den menschlichen Verzehr geeignet sei. 

Er glaubt zudem, dass "Premium"-Trockenfutter besonders viel und besonders gutes Fleisch enthält.

Der Autor ist entweder naiv, oder er lebt in einem Paralleluniversum, in dem die meisten Katzen und Hunde (oder alle) Fleisch zu essen bekommen, das auch für Menschen genießbar wäre.  

Haustiere erhalten jedoch keine Lebensmittel, sondern Futter; kein food, sondern feed. Und Futter ist "Müllverwertung auf hohem Niveau" (Hans-Ulrich Grimm). 

Bevor dieser Müll in Produkten für Menschen erlaubt wird, müssten die Nahrungshersteller noch viel Geld für Lobbyarbeit ausgeben. 

Bisher sind gemahlene Hühnerfedern und andere "Nebenerzeugnisse tierischen Ursprungs" (plus altes Frittenfett, verschimmeltes Getreide etc. pp.) unseres Wissens noch nicht in Lebensmitteln zugelassen.  

Kein Franzose würde das "Fleisch" essen wollen, das im Trofu verarbeitet wird.  


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Abgesehen davon sollte sich herumgesprochen haben, wie viel Nahrung in den USA und in Europa schlicht und ergreifend weggeworfen wird, weil die Leute viel mehr in ihre Einkaufswagen laden, als sie tatsächlich essen. Begründete Schätzungen beziffern die Lebensmittelverschwendung auf mindestens 30 Prozent.

Die Zutaten werden weltweit dort zusammengekauft, wo sie am billigsten sind, mit horrendem Energieaufwand transportiert, verarbeitet, aufwendig verpackt und in die Supermärkte gekarrt. Um dann zu einem Drittel oder mehr im Abfall zu landen


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Keine Frage, auch Herstellung und Vertrieb von Trofu erhöhen den CO2-Ausstoß, verbrauchen Ressourcen, die für Menschen genutzt werden könnten, zum Beispiel Energie, und tragen zur Vermüllung der Welt bei.

Aus unserer Sicht wird in dieser Studie aber das Pferd von hinten aufgezäumt.  

1. Haustierfutter ist ein glänzendes Geschäft mit hohen Umsatzrenditen. Minderwertige Zutaten werden durch Marketing zu "Premium"-Futter. 

2. Keine Branche (mit Ausnahme der Kleintiermedizin) hat ein derart großes Interesse wie die Futterhersteller, dass sich immer mehr Menschen Haustiere zulegen. Zum Marketing gehört auch, für Tierhaltung Werbung zu machen.   

3. Viele Leute würden sich keine Katze und keinen Hund ins Haus holen, wenn sie sie artgerecht ernähren müssten mit frischen Nahrungsmitteln. Denn das wäre ja nicht so bequem

4. Es ist die Tierfutterindustrie, die den Leuten weismacht, Katzen- und Hundeernährung sei völlig easy und bequem: alle paar Monate zum Tierfuttermarkt fahren, am besten in einem drei Tonnen schweren SUV, den Wagen vollpacken mit Trofu-Tüten, und fertig. 


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Es gibt viele gute Gründe, die ausufernde Haustierhaltung zu kritisieren. 

Der CO2-Ausstoß und die mangelnde Nachhaltigkeit stünden für uns nicht an erster Stelle. 


Wie viele Tiere werden denn artgerecht gehalten? 

Der Dackel in unserer Nachbarschaft? Jeden Abend wird er von einem dicken Jungen dermaßen am Halsband die Straße entlang gezerrt, dass man um die Halswirbelsäule des Tiers fürchten muss. 

Die Katze, die für den kurzen Rest ihres Lebens mit Diabetes-Trofu gequält und jetzt wegen Krebs euthanasiert wurde? 




PS: Gregory Okins Studie "Environmental impacts of food consumption by dogs and cats" ist in PLoS One erschienen. Eine "Öko-Zeitschrift", wie es in einem deutschen Katzenblog hieß, ist das allerdings nicht. 


©trockenfutter-katzen.blogspot.de/


Sonntag, 24. Dezember 2017

Frohe Festtage




Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern
schöne Feiertage, eine ruhige Silvesternacht
und alles Gute für 2018.




Findet Weihnachten gut, Silvester aber furchtbar: Q-Kater Rolli.               Foto: MP